"Blauer Montag" oder "blaumachen" bedeutet: nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, obwohl man nicht krank ist. Man macht einen freien Tag, ohne einen guten Grund.
Die genaue Herkunft ist nicht geklärt, aber es gibt mehrere interessante Theorien:
Die Handwerker-Regel (die wahrscheinlichste): Früher war es bei vielen Handwerkern üblich, den Montag als Arbeitstag "mit halber Kraft" zu gestalten. Sie nahmen sich das Recht, an diesem Tag nicht zu arbeiten, und nannten ihn den "blauen Montag". Diese Tradition war so stark, dass es im 18. Jahrhundert sogar zu Aufständen kam, als ein Verbot dieses freien Tages ausgesprochen wurde.
Die Färber-Theorie: Eine romantische, aber von Sprachwissenschaftlern oft angezweifelte Theorie besagt, dass die Wollfärber ihre Woll am Sonntag mit einem blauen Farbstoff (Waid) färbten. Während dieser Färbeprozess am Montag an der Luft trocknete, hatten die Färber nicht zu tun, konnten sich ausruhen - sie "machten blau", während die Wolle blau wurde.
Die kirchliche Theorie: Eine weitere Erklärung besagt, dass der "blaue Montag" ursprünglich kirchliche Trauer - und Gedenktafe waren, an denen die Priester blaue Gewänder trugen, und an denen die Handwerker frei hatten. Vier solcher Montage im Jahr waren offiziell arbeitsfrei.



